Weitere Gefahren
Greifvögel als Opfer von Windkraftanlagen
Die staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg dokumentiert in einer zentralen Datenbank bundesweit alle Meldungen von an Windenergieanlagen verunglückten Vögeln und Fledermäusen.
Seit Einführung dieser Datenbank ist das komplette Ausmaß sichtbar und der Dokumentation von Vogelverlusten an Windrädern kommt eine um so größere Bedeutung zu. Mittlerweile umfasst diese bundesweite Datenbank Angaben über mehr als 389 verunglückte Vögel. Die Greifvögel sind mit 140 Individuen in 12 Arten vertreten! Damit rangieren die Taggreifvögel an der Spitze aller betroffenen Vogelarten und stellen allein 36% aller gefunden Vögel dar.
Foto: eine Moewe fliegt richtung Windrad
Für weitere Informationen lesen Sie hier: vsw_greif_wind
Passend zu der Thematik wurde ein solcher Unfall (auf Kreta) mit einem Gänsegeier dokumentiert. Bitte überlegen Sie sich genau, ob Sie sich dieses Video anschauen möchten. Leider ist das die Realität….und ganz ehrlich, ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich mir das Video anschaue.
Video vulture Accident:
Bleivergiftungen
Leider ist das Thema Bleivergiftung immer noch sehr aktuell und für viele Menschen, die sich mit der Problematik noch nie beschäftigt haben, ebenso neu.
Insbesondere bei aasfressenden Greifvögeln wie Seeadlern, Rotmilanen und Mäusebussarden werden tödliche Bleikonzentrationen festgestellt.
Schon kleinste Mengen Blei reichen aus, um beim Greifvogel eine akute Bleivergiftung auszulösen, an der ein Vogel in kürzester Zeit stirbt.
Die aasfressenden Greifvögel fressen von den Jägern zurück gelassenes Wild, welches Bleimunition enthält. Die Bleisplitter werden im Magen des Vogels aufgelöst und gelangen so über die Blutbahn zur Leber und zu den Nieren. Die Bleikonzentration erhöht sich im Vogelkörper bis er stirbt.
Wünschenswert wäre, dass die Jäger auf bleifreie Munition umsteigen.
Lesen Sie hier mehr über Bleivergiftungen: www.seeadlerforschung.de
Der Straßenverkehr
Einige Greifvögel suchen häufiger auf Straßen nach überfahrenen Resten anderer Tiere. Hier werden sie manchmal selbst zum Opfer und verunglücken meist dabei tödlich.
Mäusebussard verunfallen hier besonders häufig. Milane zum Beispiel landen eher selten auf der Fahrbahn. Bei einer Studie im Nordosten Frankreichs fand man zwischen 1992 und 2001 entlang von Straßen 677 überfahrene Greifvögel, wovon 11 Rotmilane und erschreckende 589 (!) Mäusebussarde waren.
Leider verunglücken auch immer wieder Eulen auf den Straßen.
tödlich verunglückte Schleiereule durch den Autoverkehr
Wenn ich an der Straße verunglückte Greifvögel oder Eulen eingeliefert bekomme, haben Sie meistens sehr schwere Verletzungen, wie zum Beispiel:
diverse Trümmerbrüche, Einblutungen in die Augenhöhle, innere Blutungen, Schädeltraumen
Manche Tiere geraten “nur” in den Sog von LKW´s und kommen mit einem Schädeltrauma davon. Man muss sich das so vorstellen, dass besonders große Fahrzeuge starke Luftverwirbelungen am Straßenrand erzeugen und viele Greifvögel federleicht dort hinein geraten. Dann bleibt nur zu hoffen. Das nächste Problem ist natürlich, dass man als Helfer häufig an stark befahrenen Straßen gar nicht anhalten kann, da es für uns Menschen zu gefährlich ist.



