Verletzungen

Besonders häufig kommen Verletzungen an den Flügeln vor, daher müssen sehr oft Röntgenuntersuchungen zur Diagnosestellung durchgeführt werden. Bei jedem Verdacht einer Flügelfraktur muss ein Röntgenbild angefertigt werden, um die Art des Bruches zu sehen. Denn nur so kann eine Prognose ausgesprochen werden.

Ein Beispiel ist diese Schleiereule auf dem folgenden Foto: Hier ist es absolut eindeutig, dass der Flügel gebrochen ist. Der Flügel hängt massiv, dennoch handelt es sich um eine “günstige” Fraktur und eine chirurgische Versorgung ist hier das Mittel der Wahl.

Schleiereule mit Humerusfraktur (Oberarmbruch)

Schleiereule nach der Operation, es befindet sich nun ein Implantat im Flügel

Blutentnahme:

Je nach Erkrankung ist sogar eine Blutentnahme notwendig, um Organwerte zu bestimmen. Hierbei nimmt man günstiger Weise das Blut aus der Beinvene, siehe Foto.

Blutentnahme beim Mäusebussard

Augenverletzungen:

Besonders häufig kommen Augenverletzungen bei Greifvögeln vor, die vom Auto erfasst wurden oder gegen eine Fensterfront geflogen sind. Es kann dann zu Einblutungen in die vordere Augenkammer kommen, Linsenluxationen, Sehnerv-Verletzungen, sekundärer Katarakt (Grauer Star) oder sogar im schlimmsten Fall zu Netzhautablösungen.

Alle Augenverletzungen sind absolute Notfälle – denn sie müssen sofort und fachkundig behandelt werden, um überhaupt eine Rettung in Aussicht zu stellen. In der Praxis zeigt sich, dass besonders oft Nachtgreife, wie Eulen oder Käuzchen, betroffen sind. Aber auch Taggreife kann es erwischen. Da alle Greifvögel bei der Jagd auf ihre extrem gute Sehfähigkeit angewiesen sind, ist für sie eine Augenverletzung ein schwerwiegendes Trauma.

Waldohreulen-Jungtier mit Augenverletzung und Schädeltrauma

Waldkauz mit sekundären Katarakt  (Grauer Star) und Synechien (Verklebungen der Regenbogenhaut und dem Gewebe)

Mäusebussard ist auf diesem Auge blind

Bei diesem Mäusebussard (Bild oben) war rein äußerlich nichts zu erkennen, lediglich an seinem gestörten Verhalten ließ sich eine eingeschränkte Sehfähigkeit vermuten. Bei der Untersuchung durch einen Augenspezialisten (Foto) mit einem indirekten Opthalmoskop (zur Darstellung des Augenhintergrundes) zeigte sich dann, dass die Netzhaut komplett abgelöst war.

Augenerkrankungen müssen von Augenspezialisten untersucht werden

Bei Taggreifen ist in der Regel so keine Wildbahnfähigkeit mehr erreichbar. Den Vogel lebenslänglich in einer Voliere unterzubringen, ist Tierquälerei und aus ethischen Gründen nicht tragbar. Der Vogel kann seine Sitzstangen nicht anpeilen und verletzt sich bei „Bruchlandungen“ noch weiter.

Nachtgreife haben andere Gesichts- und Sehfelder als Taggreifvögel. Nachtgreifvögel können mit einer einseitigen Sehbehinderung oft gut zu Recht kommen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben mehrfach ergeben, dass Eulen und Käuze tatsächlich Jagderfolge erzielen, weil sie auch unterstützend mit ihrem Gehör jagen.

Fußverletzungen:

tiefe Einschnürungsverletzung durch Fremdmaterial

Solche schweren Fußverletzungen müssen intensiv medizinisch behandelt werden. Die mittlere Kralle musste operativ entfernt werden, da diese schon nekrotisch (abgestorben) war. Regelmäßige Wundkontrollen und Schutzverbände sind unerlässlich. Eine Antibiotikumgabe muss auf jeden Fall erfolgen.

Ein ähnlicher Fall:

Dieser Waldkauz erlitt eine schlimme Strangulationsverletzung am Fuß

Mit Schutzverband sieht es nicht mehr ganz so schlimm aus

Ein Mäusebussard wird mit einer Umfangsvermehrung am Fuß eingeliefert. Er ist nicht mehr fähig richtig zu jagen

Nach der Operation stellte sich heraus, dass es sich hier um einen Abszeß gehandelt hat